Vulkanismus und Basaltabbau auf dem Hohen Hagen

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Im Leinetalgraben rauchten einst die Vulkane

Basaltwerk-Direktor Karl Koch

Anstelle der alten, unbefestigten Heer- und Handelsstraßen des Mittelalters entstand während des 19. Jahrhunderts ein neues Netz von Landstraßen. Den dafür benötigten Schotter und die Pflastersteine lieferten Basaltsteinbrüche. Auf dem Hohen Hagen begann der Abbau des Vulkangesteins 1825.

Vor 20 - 7 Millionen Jahren kam es in Mitteleuropa zu vulkanischer Aktivität, als im Zuge der Alpenbildung tektonische Kräfte für eine Ausdünnung der Erdkruste sorgten, welche in der Folge durch Druckentlastung in ca. 60 km Tiefe bei einer Temperatur von ca. 1200°C zur Bildung einer teilweisen (partiellen) Schmelze im darunter liegen (ansonsten festen) Erdmantel führten. Bruchstücke des nicht-aufgeschmolzenen Erdmantels wurden dabei teilweise mit dem aufsteigenden basaltischen Magma mitgerissen und können als Fremdgesteins-Einschlüsse (Xenolithe) im Basalt angetroffen werden. Die vulkanische Aktivität erstreckte sich rund um den Alpenbogen herum von Frankreich im Westen bis nach Böhmen und Ungarn im Osten. Ein Zentrum des Vulkangebietes war der Vogelsberg (Hessen), und zu den nördlichsten Ausläufern gehörte die Bramburg bei Adelebsen, auf der heute noch Basalt abgebaut wird. Die Bildung der Basalte des Hohen Hagens geschah vor ca. 13-14 Millionen Jahren. Der Basalt selber ist ein Alkali-Olivin-Basalt bestehend aus Plagioklas, Klinopyroxenen und Olivin. Die Xenolithe sind Peridotite, also Gesteine bestehend aus den Mineralen Olivin (hellgrün), Orthopyroxen (dunkelgrün) und Klinopyroxen ("flaschengrün"). Die oft glasklaren Olivine sind bis zu mehreren Millimetern groß und mit bloßen Auge gut zu erkennen. Ein Teil der basaltischen Lava bildete beim Abkühlen die für Basaltflüsse typischen sechseckigen Säulen. Diese Säulen stehen im Schlotzentrum des Hohen Hagens fast senkrecht.

Anfangs zogen Pferde den Basalt in Loren zu den Brecheranlagen

Die Menschen wussten lange Zeit nichts mit dem harten Gestein anzufangen. Jahrhundertelang bewirtschaftete das Kloster Hilwartshausen, das bei Hann. Münden liegt, die Felder und Wälder des Hohen Hagens. Die Nonnen übertrugen den Berg 1529 an die Stadt Dransfeld. Die hatte dort bereits 1492 das Jagdrecht auf Hasen eingeräumt bekommen. Als der Rohstoff Basalt interessant wurde, verpachtete die Stadt die Flächen. Basaltabbau war lange Zeit Knochenarbeit. Die Steine wurden mit der Hand geschlagen. Fuhrleute brachten das fertige Material auf Pferdewagen zu den Baustellen. Als 1857 die Eisenbahnlinie zwischen Göttingen und Münden eröffnet wurde, stieg die Nachfrage steil an. Der Tagebau wurde erweitert. 1924 übernahmen die Kieswerke der Provinz Schleswig Holstein den Steinbruch und setzten nun verstärkt Maschinen zum Abbau ein. Um die größeren Mengen abzutransportieren, entstand eine Seilbahn vom Hohen Hagen zum Dransfelder Bahnhof. Werksdirektor Klaus Koch senior residierte in Dransfeld in der Hoher-Hagen-Straße 2 am Feuerteich. Seine Enkelin, Gertraud Schindewolf, hat dem Tageblatt ein Foto zur Verfügung gestellt. Es stammt eventuell aus den 30er Jahren und zeigt Direktor Koch vor seinem repräsentativen Wagen, einem Sechszylinder Brennabor Typ AL/AK. Koch, der aus Norddeutschland stammte, hatte drei Söhne. Klaus Koch junior wurde sein Nachfolger als Werksdirektor. Ludwig Koch lernte Gärtner. Später unterrichtete er als Volkschullehrer in Settmarshausen und dann in Dransfeld. Otto Koch wurde Straßenbahnfahrer in Hamburg. Koch senior starb im Dezember 1970. Er liegt auf dem Dransfelder Friedhof begraben.

Als Dransfelds Verschönerungsverein den Gaußturm in den Jahren von 1909 bis 1911 errichten ließ, verwandten die Arbeiter als Baumaterial Basalt aus dem benachbarten Steinbruch.

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